Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass man Jane Austen’s Meisterwerk Stolz und Vorurteil unbedingt lesen sollte!
Was oberflächlich wie eine gewöhnliche Regency-Romanze über die Suche nach dem richtigen Ehemann erscheint, entpuppt sich als eine messerscharfe Sezierung der gesellschaftlichen Zwänge des frühen 19. Jahrhunderts, aber auch ganz allgemein der menschlichen Natur.
Im Zentrum stehen die Bennet-Schwestern, die in einer Welt überleben müssen, in der die Ehe für Frauen die einzige wirtschaftliche Absicherung bietet. Dabei entlarvt Austen die Absurditäten des Adels und das Gehabe der ländlichen Gesellschaft mit trockenem Sarkasmus und ironischem Unterton. Stolz und Vorurteil ist zeitlos, weil sich die menschliche Psychologie seit 1813 kaum verändert hat. Wir alle bilden uns vorschnelle Urteile (Vorurteil) und haben Mühe, Fehler zuzugeben (Stolz). Und so sind auch Elizabeth und Darcy keine perfekten Helden, sondern fehlbare Menschen, die lernen müssen, über ihren eigenen Schatten zu springen, um sich letztlich auf Augenhöhe begegnen zu können und wahre Liebe zu finden.
Um Jane Austen aus Sense and Sensibility zu zitieren: "If a book is well written, I always find it too short.”