Es ist mein zweites Buch von Usama Al Shahmani und vom ersten ist mir vor allem die Sprache in Erinnerung geblieben. Poetisch, tiefgängig, einfach schön zu lesen. Ich unterstelle jetzt einfach mal, dass dies dem Studium der arabischen Sprache geschuldet ist, denn Arabisch ist eine sehr blumige, bildreiche Sprache und umso beeindruckter bin ich, dass Al Shahmani es schafft, diese Poesie auf Deutsch zu übertragen.
Auch thematisch hat mir das Buch gefallen, auch wenn es eine gewisse Schwere mit sich bringt. Aber für mich hat das Thema Judenverfolgung, Nationalsozialismus und deren Beschreibungen immer einen faden Beigeschmack. Und dass der Irak so sehr mit diesen Themen verknüpf ist, wusste ich bis anhin nicht - also für mich eine tolle Geschichtslektion verpackt in einem Roman. Die Tagebucheinträge des verstorbenen Vaters verknüpfen sich mit der Wirklichkeit, die Reise nach Bagdad wird mit den Erinnerungen des Vaters ausgeschmückt. Auch hier - wie bei seinem ersten Roman - fragte ich mich hinterher, wie viel davon Fiktion und wie viel real ist. Jedenfalls war die Lektüre für mich lehrreich, eindringlich und sprachlich unvergleichlich.