Insgesamt ist Gallant atmosphärisch dicht geschrieben, konnte mich jedoch emotional nicht vollständig mitreissen.
Inhaltlich ist für mein Empfinden zu wenig passiert. Über weite Strecken blieb die Handlung zurückhaltend. Gerade für eine Geschichte, die so stark mit Schatten, Geheimnissen und einer unheimlichen Parallelwelt arbeitet, fehlte mir das Gefühl von Gefahr und Dringlichkeit.
Auch die Darstellung der Ghule fand ich irritierend. Der Begriff „Ghul“ ist ein fleischfressendes, körperliches Fabelwesen. Hier wirkten die Ghule Geister. Diese Abweichung von der gewohnten Bedeutung hat mich beim Lesen immer wieder herausgerissen.
Gut gefallen hat mir hingegen die stumme Protagonistin Olivia. Ihr Schweigen verleiht dem Buch einen eigenwilligen Charakter. Dass eine der Bediensteten die Gebärdensprache beherrscht, wirkte konstruiert, half aber für einen flüssigere Storyprogression.