Ein Sommer auf Perigo Island, einer rauen Insel vor Neufundland im Jahr 1991.
Pierce und seine zwei Freunde verbringen die Ferien meist am Hafen um sich ein bisschen Geld bei den Fischern zu verdienen. Es gilt den gefangen Kabeljau abzuladen und den Fischen die Zungen rauszuschneiden und an Touristen zu verkaufen. Die wenigen Bewohner der Insel leben vom Meer. Die Fischer fahren morgens raus und der Fang wird direkt auf der Insel verarbeitet, wo hauptsächlich die Frauen Arbeit in der Fabrik finden. Doch der Fang geht zurück, es gibt nun Tage ohne Arbeit und die ersten verlassen die Insel.
Für Pierce ist das keine Option. Er fühlt sich an die Insel gebunden und fürchtet doch das offene Meer, das ihm seinen Vater genommen hat.
Doch in diesem Sommer ist alles anders. Anna ist verschwunden und niemand weiß, ob ihr etwas zugestossen ist, oder ob sie weggelaufen ist. Und Emily taucht auf. Sie verbringt den Sommer mit ihrer Mutter hier, denn diese stammt von der Insel. Emily fügt sich erstaunlich gut in die Gruppe der drei Jungs. Sie ist wild und unbeschwert und Pierce verfällt ihr schnell. Das Gefüge gerät ein bisschen ins Wanken, aber ihre Freundschaft ist stark genug, das auszuhalten.
Auf der Suche nach Anna lernen sie einen eremitischen Meeresbiologen kennen, sich ihren Ängsten zu stellen und über sich hinauszuwachsen. Sie lernen, ihre Grenzen zu verschieben und sich für neue Perspektiven zu öffnen. Wir finden hier die klassischen Merkmale eines Coming-of-Age Romans, aber diese Buch ist mehr. Es ist auch ein Abenteuerroman mit atemberaubenden Naturbeschreibungen, ein Umweltroman, der aufmerksam auf Veränderungen und die Auswirkungen der Menschheit auf die Natur macht und ein bisschen ist es auch ein Krimi.
Perry Chafe ist hier ein atmosphärisch dichter Roman gelungen, der von der ersten Seite an seinen Zauber wirkt und fesselt. Ich bin restlos begeistert und empfehle das Buch gerade im Freundschaftskreis. Es ist genau mein Beuteschema.