Kontrovers wurde Leon Englers Romandebüt in meinem Buchclub diskutiert. Sprachlich fanden es alle toll, jedoch hatten einige Mühe mit dem Ich-Erzähler, der Schwermütigkeit und bei uns allen gab es Momente, bei denen wir uns durchbeissen mussten. Und dann blieb noch die Frage: Was möchte uns der Autor damit sagen?
Diejenigen von uns, die das Buch gelesen hatten, waren froh, dran geblieben zu sein. Wie liebevoll/versöhnlich/verständnisvoll der Erzähler trotz allem Schwierigen auf seine Eltern blickt, sie in Erinnerung ruft/behält und damit die ganz allgemeine Frage beantwortet, was am Ende eines Lebens bleibt, fanden wir berührend. Dass er parallel die Geschichte der Psychologie nacherzählt, das Menschliche hinter den Symptomen deutlich macht und auch, wie fest die Krankheitsbilder ein Zeugnis und ein Symptom ihrer jeweiligen Zeit sind (wer legt bspw. fest, was normal und was nicht mehr normal ist?), hat uns ebenfalls gefallen.
Aber es ist ein Buch, das Kontroversen aufruft, das nicht von allen gemocht werden wird, sei es vom Stil, vom Aufbau und/oder vom Inhalt. Also die perfekte Buchclublektüre :-)