Bob Blume zeigt in seiner Streitschrift eindrücklich auf, wie sehr Lesen und Schreiben dazu beitragen können, gegenseitiges Verständnis, Austausch und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Er legt dar, dass unsere stark digitalisierte Welt zwar viele Chancen bietet, gleichzeitig aber dazu führt, dass tiefergehende Auseinandersetzung, differenzierte Sprache und echte Empathie oft zu kurz kommen.
Besonders gefallen hat mir Blumes Rückbesinnung auf die Kulturtechniken des Lesens und Schreibens. Er schafft es, auf nur wenigen Seiten bewusst zu machen, wie wertvoll diese Fähigkeiten für eine funktionierende Demokratie und für das menschliche Miteinander sind. Obwohl wir die Gesellschaft wohl nicht einfach „zum Besseren machen“ können, zeigt er, wie wir im Kleinen beginnen können – im Alltag, in der Familie, in persönlichen Beziehungen.
Für mich persönlich waren die Denkanstösse im Hinblick auf den Umgang mit meinen Kindern besonders wertvoll. Dem Schreiben habe ich bisher nicht so grosse Bedeutung beigemessen; durch dieses Buch habe ich einen neuen, inspirierenden Blick darauf gewonnen.
Hervorheben möchte ich das letzte Kapitel „Wo fangen wir an?“. Hier zeigt Blume sehr konkret und praxisnah,
wie wir Räume fürs Lesen schaffen können
wie wir zum Schreiben finden
und wie beides zu bewussterem Denken und empathischerem Handeln beiträgt.
Diese konkreten Impulse fand ich hilfreich und motivierend.
Ein kleines Buch mit grosser Wirkung – klar, engagiert und inspirierend. Es lädt dazu ein, das eigene Medienverhalten zu reflektieren, bewusster zu lesen und Schreiben neu für sich zu entdecken. Für mich ein sehr gelungenes Plädoyer für mehr Tiefe, mehr Verständnis und mehr Menschlichkeit im Alltag.