„Bride“ war mein erstes Buch von Ali Hazelwood und ehrlich gesagt war ich vor allem wegen des Hypes neugierig. Überall wurde von einer humorvollen, sarkastischen Geschichte zwischen Vampir und Werwolf gesprochen. Und ja: genau das bekommt man. Witzige Schlagabtausche, bissiger Humor und eine Dynamik, die von Anfang an unterhält.
Im Zentrum steht Misery Lark, eine Vampirin, die jedoch unter Menschen aufgewachsen ist. Sie ist es gewohnt, zwischen Welten zu stehen. Nie ganz dazuzugehören. Als Teil eines politischen Bündnisses wird sie mit dem Alpha-Werwolf Lowe Moreland verheiratet. Dieses Bündnis soll Frieden zwischen Vampiren und Werwölfen sichern, doch hinter der Fassade brodeln alte Spannungen. Während Misery versucht, sich im Territorium des Rudels zurechtzufinden, verfolgt sie zudem ihre ganz eigenen Ziele. Unter anderem die Frage, was wirklich hinter dem Verschwinden ihrer Freundin Serena steckt. Zwischen Misstrauen, Machtgefüge und unterschwelliger Anziehung beginnt sich langsam eine Verbindung zwischen ihr und Lowe zu entwickeln.
Was mir besonders gefallen hat, war Misery selbst. Sie ist direkt, trocken, sarkastisch, manchmal fast schon unangenehm ehrlich. Gerade weil sie unter Menschen groß geworden ist, wirkt sie anders als die typischen Vampirfiguren. Ihre Kommentare sitzen, ihre Dialoge sind unterhaltsam und oft herrlich bissig. Lowe hingegen konnte ich lange nicht ganz greifen. Er ist ein mächtiger Alpha, strahlt Dominanz aus, aber nie auf eine unsympathische Weise. Schnell wird klar, dass hinter der Stärke Loyalität und ein großes Herz stecken. Er ist jemand, der alles für sein Rudel und die Menschen, die er liebt, tun würde.
Die Dynamik zwischen den beiden entwickelt sich langsam, aber stetig. Die Spannung ist greifbar, sowohl emotional als auch körperlich. Die expliziten Szenen sind… anders. Nicht schlecht, sondern schlicht ungewohnt. Sie passen zu der Konstellation zwischen Vampirin und Werwolf, fühlen sich aber nicht wie typische Romance-Szenen an. Das macht sie eigen und durchaus mutig.
Auch die Nebencharaktere haben mir gut gefallen. Miserys Zwillingsbruder Owen wirkt zunächst wie der klassische coole Idiot, hat aber deutlich mehr Tiefe, als man ihm zutraut. Lowes Rudel braucht etwas Zeit, bis man sich mit ihnen wohlfühlt, aber genau dieser Prozess macht es glaubwürdig. Und die Frage rund um Serenas Entführung bringt eine zusätzliche Spannungsebene hinein. Die Auflösung war gut eingefädelt und hatte Wendungen, die ich so nicht erwartet hatte.
Was für mich allerdings etwas schwächer blieb, war das Worldbuilding. Die Unterschiede zwischen Vampiren und Werwölfen werden zwar angerissen und man bekommt Einblicke in beide Seiten, doch insgesamt blieb die Welt für mich eher oberflächlich. Mir fehlte stellenweise der atmosphärische Vibe. Dieses vollständige Eintauchen in die Welt. Es war unterhaltsam, aber nicht immer immersiv.
Fazit:
„Bride“ ist eine humorvolle, unterhaltsame Paranormal-Romance mit sarkastischen Dialogen, starker Chemie und einer gelungenen Mischung aus politischem Bündnis, Slow Burn und Spannung. Besonders die Figuren und ihre Dynamik tragen die Geschichte. Beim Worldbuilding hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, doch insgesamt hat mich das Buch gut abgeholt. Und ich habe definitiv genug Neugier, um Band 2 lesen zu wollen.