Ich bin mit dieser Bücherreihe aufgewachsen und so alle drei Jahre überkommt mich das Verlangen die ganze Reihe durchzulesen. Der Reread Count liegt inzwischen im zweistelligen Bereich.
Ich war, wie Stephanie, 12 Jahre alt als ich Skulduggery Pleasant (Bd 1) zum ersten Mal gelesen habe. Damals hätte ich auch einem Skelettdetektiv vertraut, nachdem er mich mit Magie vor einem Eindringling verteidigt hat, um dann in seine magische Welt gesogen zu werden oder eher ihm in seine magische Welt zu folgen. (Muss hier hinzufügen, dass dieser Skelettdetektiv ein Freund von Stephanie‘s Lieblingsonkel ist. Also ein bisschen indirektes Vertrauen besteht schon, aber ja, wenn mir das heute passieren würde, wäre da null Vertrauen.)
Als Zwölfjährige konnte ich mich sehr mit Stephanie identifizieren. Bisschen stur/starrköpfig, neugierig und sich den Konsequenzen noch nicht bewusst, grad keinen Bock auf die eigene Familie aber man liebt sie dennoch.
Was ich immer gerne hatte (und habe) ist, dass jeder Charakter gute wie schlechte Charakterzüge und Vergangenheit hat und auch danach handelt und dass sie nicht von Verletzungen und (schweren) Konsequenzen verschont bleiben.
Zum Beispiel Skulduggery. Er hat hunderte von Jahren an Geheimnissen, die er gerne mit Humor kaschiert und das mit Erfolg. Man fragt nicht nach. Er ist einfach so. Er kennt sehr viele Leute, bei manchen ist er beliebt, hat aber auch einen Haufen Feinde. Im Verlauf der Bände kommt so einiges zu Tage.
Generell hat es eine gute Balance von interessanten/starken weiblichen und männlichen Charakteren. Ich kann es allen (nahe der Altersempfehlung) empfehlen. (Ist aber auch als Erwachsene*r noch interessant, einfach weniger herausfordernd zu lesen. Das steigert sich aber von Band zu Band ein wenig)
Lange hatte ich diesem Buch 5 Sterne gegeben, aber das kann ich jetzt nicht mehr. Die Beziehung zwischen Skulduggery und Stephanie klickt mir ein bisschen zu schnell in eine Dynamik, als kennten sie sich schon seit Jahren. Bei diesem Unterschied von gelebten Jahren unangenehm. Es hilft sehr, dass Skulduggery nur noch ein Skelett ist. Der Humor kommt hier auch nicht mehr so charmant rüber wie dazumal. Stephanie‘s Cousinen, die Zwillinge, wirken wie ein Stereotyp und wie über sie geschrieben wird, grenzt an gemein.
Ich bin dennoch biased, weil dieses Buch hohen Nostalgiewert für mich hat.