«Devil’s Deal» beginnt atmosphärisch und führt direkt in Jagas schwierige Lebensrealität ein. Als junge Hexe wird sie in ihrem Dorf misstrauisch beäugt und nach dem Tod ihres Mentors endgültig ausgegrenzt. Während der Sommersonnenwende begegnet sie im Kreis der Götter Woland, dem Teufel. Von da an hängt eine dunkle Präsenz über ihr und dem Dorf, und ein gefährliches Spiel um Seele und Selbstbestimmung beginnt.
Jaga ist eine starke, trotzige Figur, die sich nicht brechen lässt, weder von den Dorfbewohnern noch von Wolands Verführungen. Ihre innere Zerrissenheit und ihr Wunsch nach Anerkennung machen sie greifbar, auch wenn ich manche ihrer Entscheidungen nicht ganz nachvollziehen konnte.
Woland hingegen ist moralisch sehr düster angelegt: besitzergreifend, manipulativ und schwer einzuordnen. Seine Obsession für Jaga sorgt für Spannung, wirkte für mich aber sehr toxisch.
Die Geschichte startet vielversprechend und punktet mit einem ungewöhnlichen, von slawischer Mythologie inspirierten Setting. Gerade zu Beginn musste ich mich jedoch erst in die vielen Namen und Hintergründe einfinden. Über weite Strecken zog sich die Handlung für mein Empfinden. Obwohl ständig etwas geschah, wurde die Geschichte nicht vorangetrieben. Erst gegen Ende nimmt die Story deutlich an Fahrt auf und bringt mehr Klarheit, meiner Meinung nach allerdings zu spät.
Die Liebes-, beziehungsweise Machtbeziehung zwischen Jaga und Woland war mir stellenweise zu unausgewogen und unangenehm. Manche Szenen wirkten auf mich eher befremdlich als intensiv.
Der Stil ist eher schlicht gehalten und lässt sich grundsätzlich flüssig lesen. Allerdings gab es für mich einige holprige Formulierungen und Momente, die mich aus dem Lesefluss gerissen haben.
Die Grundidee gefällt mir wirklich gut, doch die Umsetzung und Figurenbeziehung konnten mich nicht vollständig überzeugen. Wer sehr dunkle, moralisch graue Geschichten mag, könnte hier eher auf seine Kosten kommen.
(2.5 Sterne)