Die Figuren sind alle indigene Amerikaner: innen. Ich habe gemerkt, dass ich praktisch nicht über die Geschichte, Kultur, Rituale, Mystik und Lebensweise der indigenen Völker weiss. Das Buch setzt voraus, dass man sich mit diesen Themen auskennt. Während ich das Thema Sklaverei in verschiedenen Büchern und Filmen antraf, habe ich mich mit der indigenen Bevölkerung kaum auseinandergesetzt. Ich fand dadurch nur oberflächlich Zugang zur Handlung, obwohl es ein tiefgründiges Buch ist: Erdrich spricht Themen an wie Diskriminierung, Landraub, Rassismus und Gewalt der weissen gegenüber den indigenen Menschen.
Näher waren mir die Themen Pandemie und die Ermordung von George Floyd. Insbesondere bei letzterem fand ich es spannend, die Perspektive der Hauptfigur (stellvertretend für die indigenen Bevölkerung) kennenzulernen. Das Ausmass der Reaktionen, die der Tod des Afroamerikaners ausgelöst hat, war mir nicht bewusst.
Es fällt mir schwer, das Buch zu bewerten. Die diskutieren Themen finde ich spannend. Ich hätte mir aber von der Autorin etwas Unterstützung gewünscht, um als „Anfängerin“ einen besseren Zugang zur indigenen Lebensweise zu bekommen. Ich vergebe daher eine „neutrale“ 3.