Jana Crämer hat früher jahrelang unter einer Binge-Eating-Störung und nagenden Selbstzweifeln gelitten. Nachdem sie 100 Kilo abgenommen hatte – Respekt! – wurden zwei unheilbare Diagnosen gestellt: Lipödem und Multiple Sklerose. Jana nimmt die Leser:innen auf eine sehr persönliche Reise mit und zeigt auf, wie sie Krisen durchlebt und auf Veränderungen reagiert. Sie erzählt vom Moment, in dem alles anders wird.
Erster Eindruck: Eine sympathische Frau auf dem Cover, ein interessanter Buchtitel – gefällt mir.
Ich „kenne“ Jana Crämer aus den Medien, sprich, ich kenne sie selbstverständlich überhaupt nicht. Mir ist sie aber sehr sympathisch und ich bewundere, mit welcher Offenheit sie sämtliche an sie herangetragenen persönlichen Fragen beantwortet. Zudem gefällt mir ihr Humor: wenn sie beginnt zu lachen, hat das eine ansteckende Wirkung – herrlich! Ich war daher sehr auf dieses Buch gespannt.
Jana hat eine Ausbildung zum Mesource®-Resilienz- und -Selbstwertcoach gemacht. Davon habe ich vorher noch nie gehört, aber es klingt sehr interessant (selbstverständlich habe ich mich sodann auf der entsprechenden Website noch etwas weiter informiert). Sie erwähnt die „sechs emotionalen Super-Ressourcen“: Stolz, Entspannung, Dankbarkeit, Ehrfurcht, Mitfreude und Flow. Täglich stellt sie sich zu den genannten Ressourcen eine Frage und geht so nochmals die Erlebnisse des Tages durch.
Es gab viele Absätze, die mir sehr gut gefallen haben. Hier meine Top 3:
- „Es geht im Leben nicht darum, sich noch mehr anzustrengen – sondern darum, den richtigen Moment für Veränderung zu erkennen und zu nutzen.“
- „[…] dass die wichtigste Beziehung die zu mir selbst ist – und das hat mein Leben verändert.“
- „Für mich steht MS nur noch für ‚mutig und stark‘, denn ich habe Frieden geschlossen. Mit meinem Körper. Mit meiner Geschichte. Und mit mir.“
Mir hat das Buch gut gefallen; bei vielen Dingen konnte ich ihr still beipflichten, da ich ähnliches erlebt habe. Aber habe ich grundlegend brandneue Informationen erhalten? Nein, aber das habe ich auch nicht erwartet. Mir hat es gefallen, Einblicke in ihr Leben zu erhalten und zu erfahren, wie sie mit den Herausforderungen, die sich „Leben“ nennen, umgeht. Es war auch hilfreich, bereits bekanntes Wissen über physische und psychische Abläufe wieder einmal aufzufrischen. Wie heisst es so schön? Steter Tropfen höhlt den Stein! Herzlichen Dank und alles Gute!