Luc Verlain geht für mich einfach immer. Innerhalb kürzester Zeit bin ich sprichwörtlich durch die Seiten geflogen. Ich mag den Kommissar und sein Team unglaublich gerne. Und Alexander Oetker schafft es immer wieder aufs Neue, mich mit seiner Sprache zu fesseln und zu begeistern. Seine klare, zugleich atmosphärische Erzählweise sorgt dafür, dass man vollkommen in die Geschichte eintaucht und das Buch kaum aus der Hand legen möchte.
Die Ortsbeschreibungen sind erneut mit der gewohnten Detailtreue gestaltet. Die Landschaft und die besondere Stimmung des Schauplatzes werden so lebendig geschildert, dass man das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Auch die Handlung ist in sich schlüssig aufgebaut. Die einzelnen Puzzleteile greifen stimmig ineinander, Hinweise werden geschickt platziert, ohne zu viel zu verraten, und die Spannung bleibt konstant hoch.
Zum ersten Mal ist es mir zudem passiert, dass sich mein persönlicher Mordverdacht am Ende tatsächlich bestätigt hat. Das hat mein Leseerlebnis auf besondere Weise bereichert. Trotzdem blieb ich bis zum Schluss gespannt, denn das genaue Motiv der Täterschaft sowie die detaillierte Rekonstruktion des Tathergangs waren lange unklar. Gerade diese Mischung aus Vorhersehbarkeit in einzelnen Aspekten und überraschenden Wendungen macht den Reiz dieses Krimis aus.
Besonders hervorzuheben ist zudem die Figur des Luc Verlain selbst. Er ist nicht nur ein kluger Ermittler, sondern auch ein Mensch mit einem grossen Herzen, Ecken und Kanten sowie einer spürbaren Menschlichkeit.
Fazit: Die Luc-Verlain-Reihe ist ideal für alle, die einen kurzweiligen, atmosphärischen Krimi mit einem äusserst sympathischen Hauptkommissar lesen möchten, der nicht nur durch seinen Scharfsinn, sondern vor allem durch seine Menschlichkeit überzeugt.