Saara El-Arifi widmet sich in Kleopatra einer der bekanntesten Herrscherinnen der Antike und erzählt ihre Geschichte in einer Mischung aus historischer Fiktion und fantastischen Elementen neu. Der Roman ist in der Ich-Erzählform geschrieben und lässt Kleopatra selbst – gewissermassen aus dem Grab heraus – auf ihr Leben zurückblicken.
Der Einstieg ins Buch fiel mir allerdings nicht leicht. Die ersten rund 100 Seiten konnten mich kaum fesseln. Erst danach nahm die Handlung für mich etwas an Spannung zu.
Von Beginn an zu wissen, dass die Geschichte unausweichlich auf Kleopatras Tod zusteuert, hat mein Leseerlebnis stark geprägt. Es fühlte sich weniger wie die Erzählung eines Lebens an, sondern vielmehr wie ein langsamer Weg hin zu einem bereits feststehenden Ende.
Insgesamt habe ich Kleopatra mit gemischten Gefühlen beendet. Der zweite Teil überzeugte mich deutlich mehr als der erste, dennoch blieb eine gewisse Distanz zur Hauptfigur bestehen.
Der Roman eignet sich besonders für Leserinnen und Leser, die Freude an einer modernen, experimentellen und hauptsächlich fiktionalen Neuinterpretation historischer Stoffe haben und sich auf eine nicht-lineare, kommentierende Erzählweise einlassen möchten.