Máriá ist in Nordnorwegen aufgewachsen und wird als Sámin zur Außenseiterin. Sie bricht aus, studiert in Oslo, dann zieht sie nach Paris. Als ihre Grossmutter Áhkku Anna Máriá stirbt, reist sie zur Beerdigung in ihre Heimat. Doch wo ist Heimat, wer bin ich, Sámin, oder staatlich verordnet Norwegerin? In Gedanken erzählt sie ihre Geschichte und die Geschichte der unterdrückten Sami, all die Beschämungen, die sie erdulden musste. Im Erinnern wird ihre Áhkku sehr gegenwärtig und damit ihre eigenen samischen Wurzeln. Ihre Wut auf das, was die Staaten den Sami angetan haben mit ihren Verboten und ihrer Unterdrückung wächst, und die Frage nach ihrer eigenen Identität wird immer drängender. In Sapmi angekommen taucht sie ein in die damalige und heutige Welt, fühlt sich gleichzeitig zuhause und fremd, und die Frage, wie sie ihrer eigenen Tochter das samische Erbe weitergeben kann begleitet sie auf ihrem Rückflug.
Ein intensives Buch, eine harte Abrechnung über den stillen Völkermord an den Sami und ein eindringliches Bild der Identitätsuche einer Frau, der nicht sein durfte und konnte wer sie war, aber dank ihrer Grossmuter und deren Geschichte den Mut findet, zu ihrem samischen Erbe zu stehen. Absolut lesenswert.