Lisa war der festen Überzeugung, ihr Leben im Griff zu haben. Dabei halfen ihr eine penible Ordnung und das Credo, dass man ohne fremde Hilfe auskommen sollte. Das ändert sich an dem Tag, als sie glaubt, verfolgt zu werden und Tom in ihr Leben tritt, dem sie gerne ihr Herz schenken würde. Das ändert nichts an der Tatsache, dass sie sich ständig beobachtet fühlt Selbst ihre Wohnung, ihr sicherer Zufluchtsort, wird zur Bedrohung. Sie glaubt, Gegenstände seien dort bewegt worden und stören dadurch ihren Ordnungssinn. Ihre Unsicherheit wird dadurch verstärkt, dass ihre Oma früh an Demenz erkrankt ist und sie befürchtet, erste Symptome zu zeigen.
Tom gibt ihr Sicherheit, aber ihre Befürchtungen ihm anzuvertrauen, wagt sie nicht. Als weitere Zwischenfälle passieren, beginnt sie auch Tom zu misstrauen. Die Angst hat Lisa in ihrem Würgegriff. Um ihren Halt nicht völlig zu verlieren, beschließt sie, ihre Routinen beizubehalten. Die Ordnung ist ihr Anker im Leben und kostet sie beinahe das Leben.
Ich fand es sehr gut und realistisch beschrieben, wie kleine - vermeintliche - Abweichungen im Alltag, Lisas Angst immer mehr steigern. Sie versucht, eine Erklärung und einen Schuldigen zu finden und gerät dadurch in eine Abwärtsspirale des Misstrauens und der Isolation. Mit der Entwicklung am Ende habe ich nicht gerechnet und fand sie auch nicht völlig überzeugend, weil sie sich so nicht angedeutet hat. Trotzdem waren die damit verbundenen Ereignisse packend und nichts für schwache Nerven .