Beatrix Gerstberger ist im März bei uns in der Spitalgasse, Bern zu Gast und wird von ihrem Debütroman «Die Hummerfrauen» erzählen. Das hat mich neugierig auf die Geschichte der drei ganz unterschiedlich alten und sich trotzdem innig verbundenen Frauen gemacht.
Gersberger beginnt und endet die Erzählung etwa um 2020 herum. Zwischen Pro- und Epilog springen wir wiederum zwischen Sommer 1982 und den Jahren 2000-2001 hin und her. Ann (72), Julie (54) und Mina (28) haben Stone Harbor, einen kleinen fiktiven Fischerort im Nordosten der USA, zu ihrer Wahlheimat erkoren. Was sie dorthin trieb, erfahren wir im Verlauf der Geschichte. Mir gefielen die unaufgeregte, verschachtelte und dadurch durchaus spannende Erzählweise und wie grundpositiv Gerstberger die Themen Freundschaft, Verbundenheit und den Umgang mit Rückschlägen behandelt. Der detaillierte und authentische Einblick in das Leben von Hummerfischer*innen in Maine, ihre zwangsläufige Verbundenheit mit der Natur und den Jahreszeiten, ohne dabei in Kitsch zu verfallen, hat mich ebenfalls begeistert.
«Die Hummerfrauen» ist leichte und aufbauende Lektüre, die noch lange bleibt. Und der Abend mit der Autorin wird sicherlich enorm faszinierend.