Die Rentnerin Libby Andersch wird mit dem True-Crime-Club nach Gstaad ins Palace Hotel eingeladen. Dort finden britische Wochen statt und der Krimiklub darf dort einen ungelösten Fall aus den achtziger Jahren aufklären, den Raubmord an der Schmuckliebhaberin und Künstlerwitwe Nina Kandinsky. Es soll auch in diesen Tagen das berühmte Victoria-Collier ausgestellt werden und Libby kommt dahinter, dass das Collier gestohlen werden soll. Die lokale Polizei glaubt ihr nicht und so macht sich Libby Andersch im Alleingang daran, die Spur des unbekannten Diebs aufzunehmen.
Die Figur der über 80-jährige, strickenden Libby ähnelt der Miss Marple von Agathe Christie. Sie kommt sympathisch daher und ist klug und gewitzt. Sie kennt keine Angst und macht sich tatkräftig auf die Spuren der Täter. Ihr 12-jähriger Nachbar begleitet sie und bringt etwas Schwung und Unbesorgtheit in die Gruppe des Krimiclubs. Zu Beginn hatte ich etwas Mühe, die Übersicht über die verschiedenen Figuren zu halten und daran zu bleiben. Im Gesamten finde ich jedoch, ist es ein gut recherchierter und unterhaltsamer Krimi, der eine Spannung ab dem 2. Teil aufbaut und bis zum Schluss gehalten wird. Der Schluss und die Auflösung gingen für mich dann etwas zu schnell und einiges steht für mich noch etwas ungelöst im Raum. Der Schreibstil gefällt mir mit den bildlichen, lebhaften Beschreibungen. Ich konnte mir die Gegebenheiten sehr gut vorstellen.