Nie wieder Fuckboys ist ein tolles Buch. Beim Lesen spürt man den Charakter von Senna sehr stark, was es authentisch und nahbar macht. Was mir jedoch gefehlt hat, sind tiefere psychologische Themen oder konkrete Impulse zur Selbstreflexion. Ich denke allerdings, dass sich das Buch eher an eine jüngere Zielgruppe richtet.
In meinem Alter (24) mache ich mein Glück nicht mehr von anderen Personen abhängig. Zudem muss ich ehrlich sagen, dass ich mich beim Lesen nicht in der Situation der Verlassenen befunden habe. Das Buch ist größtenteils aus der Perspektive „Ich wurde verlassen“ geschrieben. Mir hat dabei die andere Seite gefehlt: die Sicht der Person, die gehen musste, weil es nicht mehr funktioniert hat, und wie man mit dieser Entscheidung umgeht. Auch Themen wie Selbstverwirklichung in einer Beziehung, zu sich selbst zu stehen und einzusehen, wenn es einfach nicht passt, hätten für mich mehr Raum bekommen dürfen.
Alles in allem ist es dennoch ein sehr gelungenes Buch, und ich kann mir gut vorstellen, dass es Betroffenen viel Stärke geben kann.