Margret wächst im Emmental in einer grossen Familie auf und kann im Nachbardorf eine Lehre als Schneiderin machen. Nach der Vergewaltigung durch ihren Lehrmeister ist nichts mehr, wie es sein sollte. Ihr Kind wird weggegeben, sie muss wegziehen, versucht sich eine bescheidene Exxistenz in Genf und dann in Paris aufzubauen. Ideen häte sie - Hosen für Frauen, auch sonst coole entschlackte Designs - findet aber kein Gehör. So droht ihr Leben im Sand zu verlaufen, wenn da nicht ihr Wille und ihr Mut wäre.
Eine unaufgeregte Geschichte vom Schicksal einer Frau aus einer Zeit, wo Verschweigen und Verstecken aus Scham manches Leben zerstörte. Die ruhige und sachliche Schreibweise erzeugt einerseits Distanz, lässt nicht so recht Nähe zu den Figuren aufkommen, spiegelt aber drastisch den damaligen Zeitgeist. Es gelingt dem Autor, das Leben von Margret präzise (und manchmal allzu nüchtern) zu beschreiben, sie doch noch in eine neuere Zeit hinein aufleben zu lassen und zu einem Ende zu führen, das abgerundet und versöhnlich ist und hoffen lässt