Die Geschichte beginnt vielversprechend - magische Wesen, Dunkle Magie, eine unsichere Protagonistin mit viel Potenzial. Calla und ihre Schwester wachsen im Geheimen auf. Die Existenz von Calla ist nicht bekannt, und ihre Schwester Briar ist die verschollene Purpurprinzessin - und somit Thronfolgerin eines verlorenen Königreichs. Leider erfahren wir nur wenig von der Beziehung der Schwestern, und auch Briar und ihre Gefühlswelt kommen zu kurz. Während einige Handlungsstränge schon früh absehbar sind, kommen andere überraschend.
Die romantische Beziehung im Buch wirkt teilweise etwas aufgesetzt. Sie dreht sich um das Konzept der Seelengefährten, was bei Wölfen eine von der Göttin bestimmte und gesegnete Beziehung bedeutet. Ob die beiden auch ohne diese Segnung tiefe Gefühle füreinander haben, ist nicht so klar.
Ein grosses Thema im Buch ist auch Identitätsfindung, besonders im Bezug auf Geschlechtsidentität. Ich finde es toll, wie das Thema in die Geschichte eingebaut ist. Auch die Auseinandersetzung mit Rollenbildern finde ich gelungen.
Bezüglich Aufbau der Welt und darin lebenden Geschöpfen besteht Luft nach oben. Vieles wirkt beschreibend, weniger wie ein flüssiger Bestandteil der Geschichte. Einige Zusammenhänge haben sich mir auch nicht erschlossen.
Fazit: ich mochte den Inhalt grösstenteils, habe aber etwas mehr erwartet aufgrund der angefangenen Handlungsstränge und Charaktere.