Ich bin keine Psychologin, sondern ein strauchelnder Mensch, der irgendwie zu überleben versucht.
Auf diesem Weg bin ich auf die Ego-State-Therapie gestossen. Sie hilft beim Umgang mit inneren Anteilen wie Angst, Wut, das Über-Ich und den damit verbundenen Schuldgefühlen und so fort.
Grundsätzlich kennt man aus der Transaktionsanalyse schon die Unterteilung in verschiedene Ich-Zustände: das Erwachsenen-Ich ist im Hier und Jetzt, ist realistisch, besonnen und rational. Das Kind-Ich ist in der Vergangenheit verhaftet, impulsiv und quengelig. Und schliesslich gibt es das Eltern-Ich, welches für Normen und Forderungen steht, die an die anderen beiden Ichs herangetragen werden.
Bei der Ego-State-Therapie nun geht es um einen Dialog zwischen diesen inneren Anteilen, wobei da mehr als die drei genannten ins Spiel kommen. Auch Wut, Trauer, Angst, Verzweiflung usf. können personalisiert und als eigenständige Instanzen angesprochen werden.
Ziel ist es, diese inneren Anteile, so feindlich und missgünstig sie sich gebärden mögen, zu Verbündeten zu machen. Habe ich Angst, so will mich dieses Gefühl in der Enge behalten, es will mich durch Berechenbarkeit schützen. Das gilt es anzuerkennen. Man kann die Angst innerlich dafür loben und ihr danken. Immerhin ist ihr an unserem Wohl gelegen. So kann man jede einzelne Emotion auf ihre wahre Bestimmung hin abklopfen, ihr Dasein anerkennen und sie gegebenenfalls entschärfen.
So funktioniert das Bewusstsein im Hier und Jetzt. Wir moderieren die inneren Stimmen in uns, ohne uns von ihnen in den Bann ziehen zu lassen.
Nach dem Führen des Dialogs - kann schriftlich, mündlich, laut oder still sein - ist man gelassener und wieder mehr bei sich selbst.