Zum Inhalt: Zsömle ist weg, so der Titel des Buches. Doch wer ist Zsömle? Eine der Erzählstränge führt uns zu Onkel Józsi, 91-jährig, seine Herkunft unklar. Ist er ein Spross einer Adelslinie? Könnte er der geheime Thronfolger Ungarns sein? Ob diese Erzählung der Realität entspricht oder ein Gerücht ist, wird nicht geklärt. Auch nicht durch den Besuch einer eigenartigen Gruppe von Anhängern der Monarchie.
Zitat: „… sie sind auf mich böse, aber das können wir uns in einer Familie wie der unseren nicht erlauben, denn ich habe, wie ich schon sagte, keine Kinder, meine Tochter aber hat sogar zwei“ (wie geht das denn?)
Meine Eindrücke: Es war dies mein erstes Buch des Nobelpreisträgers für Literatur 2025. Seine Technik, über mehrere Seiten keinen Punkt zu setzen (erster Punkt auf Seite 28) ist gewöhnungsbedürftig. Dennoch finde ich ist der Text sehr gut lesbar und stellenweise humoristisch. Alles wirkt wie ungefiltertes Denken, erhöht das Lesetempo und dadurch das emotionelle Erleben der Geschichte. Ich verstehe zu wenig von Literatur würde aber diese Art zu schreiben mit einem Bild eines Kunstmalers vergleichen. Schreiben und malen können viele, aber kunstvoll ist etwas völlig anderes.
Mein Fazit: Um Freude an diesem literarischen Buch zu haben muss man bereit sein, die spezielle Schreibweise sowie die kunstvolle Sprache zu akzeptieren - sonst lieber Finger weg. Ehrlich gesagt: Hätte der Schriftsteller nicht den Nobelpreis gewonnen, ich hätte das Buch kaum fertiggelesen.