Als ich „Alles, was das Leben ist“ von Laura Haussener gelesen habe, hatte ich das Gefühl, einer sehr offenen und ehrlichen Stimme zu begegnen. Die Autorin teilt nicht nur ihre Gedanken, sondern auch ihre Gedichte und persönlichen Erfahrungen – und genau das macht dieses Buch für mich besonders. Es ist keine klassische Geschichte, sondern eine Sammlung von Lebensmomenten, die zum Nachdenken anregen.
Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht, was mir sehr gefallen hat. Diese Gedichte sind wie kleine Türen, die sich öffnen und den Blick auf das folgende Thema freigeben. Mein Lieblingsgedicht ist „Die Treppe zum Meer“ – es hat mich sofort berührt.
Was mich beeindruckt hat, ist die Offenheit der Autorin. Sie schreibt ehrlich darüber, wie es sich anfühlt, die eigene Geschichte zu veröffentlichen. Das Buch enthält viele Gedanken, die ich mir selbst oft mache: Achtsamkeit, Veränderung, die Suche nach dem Schönen im Alltag. Vielleicht ist das der Grund, warum ich mich so verbunden gefühlt habe. Gleichzeitig muss ich sagen: Vieles war mir nicht neu. Wer sich schon länger mit diesen Themen beschäftigt, wird Bekanntes wiederfinden. Aber die Art, wie Laura Haussener ihre Wahrnehmung ausdrückt, ist kreativ und poetisch.
„Die Kunst ist doch, im Alltäglichen das Aussergewöhnliche zu sehen. Im Belanglosen das Wichtige. In Kleinigkeiten das Grosse.“ (S. 49)
"Das stimmt, aber dein Blick auf das Erlebte verändert sich mit der Zeit. Du veränderst dich. Und manchmal blickst du ein paar Jahre später auf ein Erlebnis zurück und empfindest es ganz anders, als du vielleicht in diesem Moment empfunden hast.“ (S. 36)
Ob man dem Buch eine Prise „magischen Realismus“ zuschreiben kann? Vielleicht.
Für mich war dieses Buch eine inspirierende Lektüre, die mich daran erinnert hat, wie wichtig es ist, das Leben bewusst wahrzunehmen. Ich empfehle es allen, die Gedichte lieben und sich für persönliche Reflexionen interessieren.