Han befasst sich zu Beginn des Buchs mit dem Wesen der Hoffnung. In drei Kapiteln schildert er Lebensbereiche, in denen Hoffnung seines Erachtens wieder Einzug halten sollten. Eingewoben in den Text sind acht Bilder vom zeitgenössischen Künstler Anselm Kiefer. Die grossartigen Kunstwerke, Mischtechniken aus bodenständigen Materialien wie Holz, Metall oder Gegenständen wie Seilen sind herausragenden und bereichern das Buch. Sie vermitteln vor allem Atmosphäre. Hans Stil reiht viele prägnante Sätze aneinander, wobei sich auch Widersprüche auftun können. Der Leser sollte ganze Abschnitte auf sich wirken lassen – wobei ein gewisser geistiger Abstand durchaus Raum für eigene Ansätze schaffen kann. Zugleich bietet Hans Buch auch eine ganze Reihe treffender Beobachtungen über unsere Zeit. In Sätzen wie “Wir optimieren uns, beuten uns zu Tode aus in der Illusion, uns zu verwirklichen”, beschreibt Han wie eine masslose Freiheit selbst in einen Zwang umschlagen kann: den Zwang, sich zu optimieren, kreative zu sein oder etwas zu erreichen. “Der Geist der Hoffnung” ist ein aussergewöhnliches Buch, das uns in eine Atmosphäre der Hoffnung entführen kann.