Die Autorin schreibt über dieses Buch:
Die ist eine fiktive Geschichte. Einige Episoden und Figuren des Romans lehnen sich an reale Vorfälle an, erheben jedoch nicht den Anspruch, Fakten zu sein. Sie lösen sich von der Wirklichkeit, ihre Absicht ist eine literarische, keine dokumentarische.
Um dieses Buch zu lesen, musste ich mir einige Zeit nehmen, da der Inhalt, auch wenn er fiktiv ist, nicht einfach zu verdauen ist.
Die Geschichte beginnt mit der Beerdigung von Adelaidas Mutter. Schon in diesen ersten Seiten merkt man, wie die katastrophale Lage für die Bevölkerung ist. Es ist kein Geld für die medizinischen Bedürfnisse vorhanden, auch Lebensmittel sind kaum erhältlich. Die Korruption des Landes ist nicht nur unter den politischen Machtinhabern zu suchen, sondern haben sich auch Banden gebildet, die ihre eigenen Landsleute berauben und drangsalieren. Ganz gewiefte beliefern sogar die politische Elite und dürfen dafür machen, was sie wollen.
Der Bruder ihrer Freundin Ana wird von den Hijos de la Revolución zu deren Gunsten missbraucht. Er ist aber bereit Adelaida zu helfen, als es für sie brenzlig wird.
Eine schon fast beruhigende Sequenz in diesem Roman ist, als sie das Leben ihrer Tanten beschreibt. Es kommt einem schon fast idyllisch vor, auch wenn viele Erinnerungen an eine Zeit vor dem grossen Chaos erinnern. Da beschreibt sie auch, wie sie aus Früchten haltbare Produkte herstellten. Immer wieder merkt man in diesem Buch, wie erfinderisch die Venezolaner sind im Horten von Lebensmittel, auch wenn diese zunehmend knapp werden.
Der Schluss hat mich sehr berührt. Adelaida ist wahrscheinlich nicht die Einzige im Lande, die die Identität einer Toten mit spanischem Pass annimmt, um das Land verlassen zu können. Es scheint so, dass dies der einzige gangbare Weg in die Zukunft ist.
Alles in allem ist es ein berührendes Buch, das unter die Haut geht und aufzeigt unter welchen brutalen Gegebenheiten, das normale Fussvolk in Venezuela leben muss.