Heir of Illusion ist der Auftakt der The Verran Isles-Reihe und zugleich der Debütroman von Madeline Taylor. Die Geschichte wird aus Ivys Perspektive erzählt und beginnt direkt spannend und düster, was mich grundsätzlich neugierig gemacht hat.
Allerdings hatte ich anfangs Schwierigkeiten, wirklich mit Ivy warm zu werden. Einige ihrer Gedankengänge und Reaktionen erschienen mir zunächst widersprüchlich oder emotional schwer nachvollziehbar, vor allem im Umgang mit Figuren, die sie kontrollieren oder ihr Leid zufügen. Auch manche Beschreibungen, etwa die starke Fokussierung auf äussere Attraktivität in Situationen, in denen eigentlich Gefahr herrscht, wirkten auf mich etwas unpassend. Diese Punkte haben mir den Einstieg nicht ganz leicht gemacht.
Trotzdem blieb die Geschichte durchgehend spannend, sodass ich weitergelesen habe und das hat sich gelohnt. Im weiteren Verlauf werden viele Hintergründe verständlicher, Zusammenhänge klarer und Ivys Handlungen gewinnen an Tiefe. Gerade ihre Entwicklung empfand ich später als deutlich greifbarer und emotional stimmiger. Besonders gefallen hat mir die langsam aufgebaute Spannung zwischen Ivy und dem Seelenfänger, die sich organisch entwickelt und nicht überstürzt wirkt.
Ganz ohne Kritik bleibt das Buch für mich dennoch nicht. Einige Handlungsstränge erscheinen stellenweise unlogisch oder zu wenig konsequent ausgearbeitet, insbesondere was Konsequenzen bestimmter Taten betrifft. Diese Widersprüche haben mich gelegentlich aus der Geschichte gerissen.
Insgesamt überwiegen für mich jedoch klar die positiven Aspekte. Der Schreibstil ist flüssig, es gibt keine Längen, die Geschichte wird mit der Zeit überraschend tiefgründig und macht neugierig auf die Fortsetzung.
Fazit: Ein spannender Fantasyauftakt mit kleinen Schwächen, aber viel Potenzial.