Harlan Cobens „Ich vermisse dich“ gehört zweifellos zu den spannendsten Büchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Der Roman ist durchzogen von schaurigen, teils schockierenden Wendungen, die den Leser immer wieder unvorbereitet treffen und die Spannung konstant auf einem hohen Niveau halten.
Besonders eindrucksvoll sind die Schicksale der beiden Hauptprotagonisten, deren Geschichten sich nach und nach entfalten und den Leser emotional in ihren Bann ziehen. Ihre inneren Konflikte, Ängste und Hoffnungen verleihen der Handlung Tiefe und machen die Geschichte weit mehr als nur zu einem klassischen Thriller. Die Spannung steigert sich stellenweise ins Unerträgliche – es gab Momente, in denen ich mich regelrecht vor dem Umblättern der nächsten Seite fürchtete.
Denn Coben scheut sich nicht, Gewalt und menschliche Abgründe schonungslos darzustellen. Einige Passagen sind nichts für schwache Nerven: Die Qualen der Opfer werden so eindringlich geschildert, dass man sie beim Lesen beinahe körperlich spürt. Eine beklemmende, erdrückende Atmosphäre legt sich über die Seiten und lässt den Leser nicht mehr los.
Bis zur letzten Seite bleibt man angespannt, gefesselt und emotional involviert. „Ich vermisse dich“ ist ein packender Thriller, der nicht nur durch seine Handlung, sondern vor allem durch seine intensive Stimmung lange nachwirkt.