Heute, 16 Jänner, vor 93 Jahren wurde Susan Sontag geboren.
Sie hinterliess uns viel Wichtiges, unter anderem die Einsicht in die bewusstseinsbildende Wirkung der Kunst.
In der Kunst steckt keine Wahrheit, keine Autorenabsicht und auch kein ausfindig zu machender Subtext. Kunst erwacht im Auge des Betrachters zum Leben.
Naheliegenderweise musste Sontag mit dieser Einstellung der akademischen Welt den Rücken zukehren. Entstanden sind Klassiker, die in allen geisteswissenschaftlichen Fächern bis heute rezipiert werden. Darunter “Against Interpretation”, aus dessen 6. Ausgabe (1966) hier zitiert sei:
"Hence, too, the peculiar dependence of a work of art, however expressive, upon the cooperation of the person having the experi-ence, for one may see what is “said” but remain unmoved, either through dullness or distraction. Art is seduction, not rape. A work of art proposes a type of experience designed to manifest the quality of imperiousness. But art cannot seduce without the complicity of the experiencing subject."
Sehr lesenswert.