Mit Frankenstein ist Mary Shelley ein grossartiger Klassiker gelungen. Der Roman erscheint dem Leser als Sozialkritik und hält uns den Spiegel vor. Denn Frankensteins Monster ist nicht von Natur aus böse. Es wird erst durch die ablehnende Haltung der Menschen zum Monster. Ein Wesen auszuschliessen aufgrund seiner äusserlichen Erscheinung ist unglaublich grausam, aber die Menschen tun es.
Frankensteins narrativer Aufbau besteht aus einer Rahmenhandlung, einer Binnenhandlung und einer Binnenhandlung in der Binnenhandlung. Somit begegnen wir als Leser:innen drei verschiedenen Erzählern: Walton, Frankenstein und seinem Monster. Shelley bedient im Roman Themen wie Einsamkeit, Moral in der Wissenschaft und mögliche Gefahren neuer Erfindungen. Es scheint, als würde sie unmoralischen Wissenschaftsbetrieb anklagen.
Die Aktualität des Romans ist erstaunlich: Während Victor ein Monster erschafft, welches aufgrund fehlender Zuwendung ausser Kontrolle gerät, könnte uns in Zukunft ähnliches bevorstehen. Denn wer garantiert uns, dass Künstliche Intelligenz nicht plötzlich ausser Kontrolle gerät, wenn wir sie nicht regulieren?
Klar ist: Frankenstein ist nicht ohne Grund ein Klassiker der Literatur.