Motte glaubt als Kind zwei Väter zu haben: den einen liebevollen Vater, der sich bei der Arbeit in der Fabrik die Hände schwarz arbeitet und dann den anderen, der sich betrinkt und das wenige Geld der Familie verspielt. Motte lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder - zunächst in einem Haus, aus dem sie jedoch ausziehen müssen, nachdem der Vater durch seinen Alkoholkonsum den Job in der Fabrik verliert. Alkohol zieht sich innder Familie durch mehrere Generationen. Bereits Mottes Grossvater war Alkoholoiker, der auf dem Rückweg von einer Trinktrirade in einer eisjklaten Winternacht erfriert. Mottes Grossmutter lernt bald darauf auf dem Friedhof einen anderen Mann kennen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Aber auch dieser Mann stellt sich Trinker heraus, der ihr gegegnüber sogar gewalttätig wird. Immer wieder flüchtet die Oma in die Stadt oder zu Ihrem Sohn und kehrt doch auch immer wieder zu ihrem Mann zurück. Erst als dieser durch einen Schlaganfall zum Pflegfall wird, kehrt Ruhe in das Leben der Oma ein. Mottes Vater litt sehr unter dem Alkoholproblem des Vaters und wird dennoch selbst zum Trinker. Eines Tages fährt im Vollrausch mit dem Auto in die Bäckerei und türmt. Auf dem Weg zur Schukle entdecken Motte und ohr Bruder das Auto und ahnen was in der vergangenen Nacht passiert sein muss. Als Schulkolleg:innen vorbei laufen und sich über das Auto wundern, tun sie völlig überrascht und schliessen sich den allgemeinen Überlegungen zu dem was passiert sein könnte an. Doch auch Motte selbst fängt an dem Alkoohl zu verfallen. Sie trinkt immer mehr und versucht sich selbst Regeln aufzuerlegen, die sie dann immer wieder bricht, weil es eine Ausnahme oder ein besonderer Anlass sei. Ein klassischer Selbstbetrug und das Nichtwahrhabenwollen selbst ein Problem mit dem Alkohol zu haben.
Das Buch habe ich innerhalb von ein paar Stunden weggelsen. Es ist erstaunlich sachlich, fast nüchtern geschrieben, wobei der Schreibstil klar und schnörkellos gehalten ist. Es ist eine typische Geschichte eines Aklholopfers, das später selbst dem Gift verfällt. Besonders fallen die Schilderungen der Kinder auf, die ihren Vater dennoch über alles lieben. Sie haben “Glück” denn ihr Vater wird unter dem Alkoholeinfluss nicht gewalttätig, wie sie es z.B. bei der Grossmutter beobachten können. Daher lernen sie recht schnell die Lektion fürs Leben: Bier ist gut, weil die Männer dann harmlos bleiben, Schnaps ist schlecht, weil er aggressiv macht. Trotz der schweren Thematik habe ich das Buch sehr gerne gelesen und kann es nur empfehlen.