Zwei wartende Menschen in einem Hüttli an einem Schlepplift im Engadin. Zwei philosophische Skiliftspezialisten. Der eine hauptsächlich plauderend und fabulierend, der andere zuhörend und kommentierend. Beide in der Welt von gestern (da erscheint Léon Huber in der Tagesschau und Sinalco auf dem Sonnenschirm) und man redet noch von Farbfernseher. Überhaupt die Sprache und die Bilder: Zac Bum steckts du bis zu den Knöcheln im Nebel. Bis zu den Knöcheln im Nebel? Natürlich sehen sie mit Pathos und erhabener Brust machtlos dem Untergang entgegen. Alles verschwindet: Die Zündhölzli, ein Bügel vom Schlepplift, die Post im Dorf, der Kiosk, die Tankstelle, das Skirennen, der Schnee, sogar der Gästezähler. Coffertori, sagt der Paul und Godo kommt nicht, meint Georg. Wer?, fragt der Paul bevor das Tal allmählich im Nebel verschwindet.
Camenisch gelingt ein feinsinniger Roman über das schleichende Verschwinden und ein hochliterarisches Porträt der Schweiz. Das Ende des Alpentourismus?