Ich habe dieses Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen. Während ich grundsätzlich mit einigem einverstanden bin, was die Autorin darin schreibt - beispielsweise, dass eine bewusste, positive Sprache auch über ein Gespräch hinaus sehr viel bewirken kann - hat mich einiges im Buch irritiert. So werden in den 33 Kapiteln zu je einem Wort nicht nur Begriffe wie “jetzt” und “nicht” behandelt, sondern auch Konzepte wie “mitteilen” oder “eigenwillig”. Dabei geht es nicht mehr um das Wort an sich, sondern um die Haltung, die dahinter steht, also zum Beispiel, seinem eigenen Willen zu folgen und dazu zu stehen. Dies ist für mich ein komplett anderes Thema und hat mit dem bewussten Einsatz von Sprache nichts zu tun. Auch konnte ich den Argumenten zu gewissen Wörtern wie “jetzt” oder “grundsätzlich” überhaupt nicht folgen. Überdies vermisste ich die wissenschaftliche Tiefe: Im Buch werden vor allem Meinungen präsentiert - ich hätte gerne mehr über die Hintergründe, die Forschung dazu erfahren.
Für jemanden, der sich in seinem Leben noch kaum mit Sprache auseinandergesetzt hat, kann das Buch vielleicht hilfreich sein. Ich fand es hingegen nur insofern nützlich, als dass es mich wieder einmal daran erinnert hat, meine Worte im Alltag bewusster zu wählen und Äusserungen auch mal zu überdenken und umzuformulieren.