Wer sich für Umweltfragen und Naturphilosophie interessiert, der kommt im Essay des französischen Philosophen Baptiste Morizot auf seine Kosten.
Morizot geht darin auf die Projektionen ein, mit denen wir Menschen die Natur versehen. Wir unterstellen der Natur, sie ticke so wie wir, verfüge über Gefühle, Ethik und Moral, die zu hundert Prozent mit den unsrigen übereinstimmen. Doch ist dem wirklich so? Können wir wirklich unsere ethischen Massstäbe eins zu eins auf die Natur übertragen? Oder gilt es nicht vielmehr die Natur als das grundsätzlich Andere zu akzeptieren?
Nicht von ungefähr hat Morizot dem Essay den Titel “Manières d’être vivant” gegeben, der so viel wie “Arten des Lebendigseins” bedeutet. Die ungeheure Vielfalt das Lebendigen soll gewürdigt werden, ohne den Menschen als Mass aller Dinge hinzustellen.
Ein nachdenkliches Buch, essayistisch eben, im Wechselspiel zwischen Literatur und Wissenschaftlichkeit. Auf Deutsch bei Mathes & Seitz erschienen