Für mich am eindrücklichsten in diesem Buch: Die Beschreibung aus Elenas Perspektive und wie sie sich in der Welt zurecht findet - dies mit fortgeschrittener degenerativer Erkrankung. Die Protagonistin Elena ist überzeugt, dass ihre Tochter ermordet wurde, und sie macht sich trotz schwerer Krankheit auf den Weg, dies herauszufinden. Sie leidet an einer schweren Form der Parkinson-Krankheit und kann sich nur noch schlecht bewegen. Der große Teil dieses Buches spielt unterwegs zu einem Ort, der erst am Schluss des Buches offenbart wird. Welche Mühsal sie auf sich nimmt, während sie zu Fuss, im Zug und Taxi unterwegs ist, beschreibt Piñeiro eindrücklich aus der Perspektive Elenas: dass sie das Gesicht des Gegenübers nicht sieht, weil sie ihren Kopf nicht mehr heben kann, da die Muskeln erstarrt sind. Wie es ihr nur schwer gelingt, den Fuss zu heben, obwohl sie im Kopf den Befehl gegeben hat, und wie sie ihre Medikamente zeitlich so einsetzt, dass es bis zum Ende ihrer Reise (hoffentlich) aufgeht. Während dieser beschwerlichen Reise und der diversen Unklarheiten darüber, ob Elena tatsächlich Bescheid weiss, erfahren wir in Rückblenden viel über die ambivalente Beziehung zwischen ihr und ihrer Tochter (aus Elenas Sicht). Die Wendung kommt völlig unerwartet und zeigt mehr und mehr, wie ähnlich sich die beiden waren.