Was für ein aussergewöhnlicher Plot! Das Tal ist eine geografisch sich wiederholende Gegend in verschiedenen Zeitzonen. Jeweils 20 Jahre trennen die Täler. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spielen sich gleichzeitig ab, und Veränderungen beeinflussen die Gegebenheiten in allen Tälern gleichermassen. Das ist schon schwer vorstellbar, und darum umso beeindruckender, dass die Geschichte nachvollziehbar und einigermaßen logisch erscheint.
Howard beschreibt die beengte Stimmung unter den Menschen und manchmal ein langsames, detailliertes Vorangehen des Handlungsverlaufs. Trotz Spannung ist hier “Slow-Reading” angebracht, was mich etwas kribbelig machte und die Spannung durchaus steigerte. Die persönliche Geschichte von Odile sowie die geografischen Besonderheiten, die Lebensatmosphäre und die Geheimnisse dieser Täler werden einem häppchenweise offenbart. Und wer, wie ich, gerne vom Nachhall eines Buches lebt, wird hier bestens bedient, denn das Gesamtbild zeigte sich erst im Nachhinein. Ich muss es vermutlich noch einmal lesen…
Je länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir dieses Buch: die Vorfreude (Zukunft), das Lesen (Gegenwart) und der Nachhall (Vergangenheit) sind für mich in diesem Leseerlebnis gleichermassen wichtig.
Schade nur, dass die Buchgestaltung so nichtsagend ist. Die englische Buchausgabe ist so überaus toll und passend gestaltet. Warum nicht übernehmen?