Bereits beim Aufschlagen des Hardcovers wird man wie in eine andere fantastische Welt katapultiert : die Hinschrift unter dem Papier (ich glaube es ist ein Zitat von Margherita Hack, bin mir aber nicht ganz sicher….) im glänzenden Silber mit Weltallhintergrund ist ein Versprechen über dem Inhalt des Buches. Hier geht es um das Wagnis , Grenzen zu überschreiten, sich an eine größere Dimension zu beteiligen, Großes zu erreichen. Die Protagonistin macht den Eindruck einer leidenschaftlichen “Professional”, die auch Durststrecken in ihrem “Job” in Kauf nimmt (Lehren) aber nicht auf ihr großes und ehrgeziges Ziel verzichtet: in den All zu fliegen. Die Geschichte ist sehr spannend, die Autorin weiß suspence zu schaffen und aufrecht zu halten. Das Springen zwischen Vergangengeit und Gegenwart verlangt vom Leser eine gewisse mentale Flexibilität, es wird sonst anstrengend und verwirrend.
Dennoch muss ich einen Stern abziehen.
Joan wirkt auf mich stellenweise wie ein Roboter : zu perfekt, zu begabt, zu liebevoll und selbst aufopfernd der Nichte gegenüber und doch völlig unbewusst ihrer sexuellen Neigungen, bis zur Begegnung mit Vanessa. Ich empfinde es als ein Gap zwischen ihrer Intelligenz und ihrer Selbskenntnis. Da punktet Vanessa stattdessen mit ihrer Selbstbewusstsein und wirkt glaubwürdiger.
Auf die Thematik “Sexisums” Frauen gegenüber in Form vom albernen Witzen voller Vorurteilen hätte ich im Buch gerne verzichtet. Es gibt der Geschichte keinen Mehrwert, keine kam dadurch zu schaden, und ich fand gut, dass die betroffene das Ganze mit einer Prise Humor erwidert hat. Manchmal ist weniger mehr, ich finde, dass das Thema Homosexualität alleine genug gewesen wäre, denn Platz für eine wunderschöne Liebesgeschichte und Romanze wurde reichlich gegeben.
Ich empfehle das Buch weiter, die Geschichte packt und man muss immer weiter lesen. Achtung Spoiler ! Taschentücher parat halten : gegen Ende wird alles sehr berührend.