Frances und ihre (Ex)Freundin Bobby studieren in Dublin und treffen auf einem Literaturevent Frank und Melissa – und schon nehmen die Beziehungen mit unterschiedlichen Dynamiken ihren Lauf. Frances verliebt sich in Frank, legt sich immer wieder mit Bobby an und schafft es auch immer wieder, ihr neues Glück mit subtilen Bemerkungen zu sabotieren. Im Innersten ist sie so unsicher wie Frank, den sie bewundert, der aber Entscheidungen auch gerne andern überlässt. In gemeinsamen Ferien in Frankreich entfaltet sich eine spannende und unkonventionelle Beziehungsdynamik, die durchgehalten wird bis zum Schluss. Die einzelnen Charaktere – allen voran die Protagonistin Frances, aus deren Sicht alles erzählt ist – entwickeln sich. Allerdings bekommt man manchmal das Gefühl, sie träten immer wieder in dieselben Fallen, provozierten einander unnötigerweise, spielten mit schonungsloser, oft verletzender Offenheit und dann wieder mit gezieltem Verschweigen. Das Buch ist unkonventionell, spricht Tabuthemen an und zeigt die Hilflosigkeit der Protagonisten in ihren Beziehungen. So verletzt Frances nicht nur immer wieder Bobby und Frank mit Sticheleien, auch sich selber mag sie oft nicht ausstehen, spürt sich nicht mehr und wird selbstverletzend.
Insgesamt spannend und sehr gut geschrieben mit Humor und Einfühlungsvermögen. Es spiegelt auch die verwirrende Gegenwart, die junge Menschen oft verunsichert und etwas rat- und ziellos herumirren lässt. Ein gelungenes Buch, oft wie ein Gesprächsprotokoll, das im Stil sehr ähnlich ist wie ihre folgenden Bücher «Normale Menschen», «Intermezzo» und «schöne Welt, wo bist Du».
Bobby zu Frances: «Du unterschätzt deine eigene Macht, damit du dir selbst nicht die Schuld geben musst, wenn du andere Menschen schlecht behandelst». (356)