Ein “TraumHotel” dessen Begriff sehr irreführend ist und eher als “AlbtraumHotel” zu beschreiben ist.
Dieser Roman beschäftigt sich mit dem schon seit Jahren aktuellen Thema: "Was passiert mit unseren Daten, welche wir häufig ach so freiwillig bzw. gedankenlos im Netz, per Smartphones und Smartwatches, Google & Co etc. preisgeben.
In diesem eindrücklichen Buch von Laila Lalami werden sie gesammelt und gegen die jeweilige Person verwendet unter dem Vorwand, Verbrechen zu verhindern. Diese Daten werden in Punkte umgewandelt. Übersteigt die Anzahl der Punkte einen vorgegebenen Risikowert, werden die betroffenen Personen in ein sogenanntes “Einbehaltungszentrum” gebracht, in welchem sie überwacht werden.
Allein schon die Tatsache, dass sie ohne richterliche Anordnung oder gar Verurteilung mindestens 21 Tage unter Arrest stehen in einer Institution, was weder eine Gefängnis noch eine Vollzugsanstalt ist und obendrein von einem privaten (gewinnorientiertem) Unternehmen geführt wird, unterstreicht die Willkür des hier zugrundeliegenden Systems.
Laila Lalami beschreibt eindrücklich, wie sehr die Insassen der Willkür der Wärter ausgesetzt, welche dadurch ein Spiegelbild der Gesellschaft sind, aus welcher sie herausgerissen wurden. Nur wenn du unauffällig bist, nicht aufmuckst, unter dem “Radar” bleibst, kommst du wieder raus bzw. kommst gar nicht erst herein. Ganz nach dem Motto “ Wie erziehe ich mir meine Bevölkerung”.
Ab der ersten Seite ist man gefesselt von der Geschichte, fragt sich, kommt Sara, die Hauptfigur, wieder raus, und wenn ja, wie lange wird es dauern??? Die wechsenden Blickpunkte von Vergangenheit, Gegenwart und Protokollen der Wärter und Anstaltsleiter, sind anfänglich etwas irritierend und anstrengend einzuordnen, aber man gewöhnt sich schnell daran.
Ein definitiver Lichtblick ist die starke Person Sara, welche nicht aufgibt, ihr Ziel “die Entlassung” zu erreichen. Dafür lässt sich sich immer wieder neue Ideen einfallen und zeigt damit, dass man einfach nicht aufgeben darf, egal, wie aussichtslos es scheinbar ist und das anfangs unbekannte Personen, mit welchen man sich unter normalen Umständen nicht unterhalten würde, zu Freunden fürs’ Leben werden können.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen und es hat mich definitiv zum Nachdenken angeregt. Ein Buch des Jahres 2025!!!