Die ich rief, die Geister
Werd’ ich nun nicht los.
ist ein Teil aus Johann Wolfgang Goethes Ballade “Der Zauberlehrling”, an die ich beim Lesen des Buches immer wieder denken musste.
Viktor Frankenstein, aus einer wohlhabenden Familie stammend, geht zum Studium ins Ausland. Er ist von einem unbändigen Wissens- und Entdeckerdurst, hat die fixe Idee, ein lebendes Wesen zu schaffen und widmet diesem Vorhaben all seine Energie und verfügbare Zeit. Es gelingt - und er erschrickt ob dem Geschöpf. Was dann passiert, das muss man selber lesen.
Mir hat sehr gut gefallen, wie Mary Shelley schreibt. Der Roman beginnt mit einem Briefwechsel, der von seltsamen Ereignissen berichtet, um dann in die Vorgeschichte zur Schaffung des Monsters und der Geschichte von Frankenstein und dem Monster einzutauchen. Das fand ich sehr gut gelungen, obwohl unerwartet, wie auch die ganze Geschichte überrascht, wenn man nur die Vorstellung aufgrund der Trailer zu Filmen etc. hat.
Die Sprache lässt sich meiner Meinung nach gut lesen, obwohl sie natürlich jenem Stil entspricht, wie ihn zeitgenössische Autoren verwenden. Mary Shelly hat Elemente beigezogen, die auch heute noch ziehen: das Schaffen eines Monsters, einer lebendigen Maschine, das Gruseln sind die Zutaten eines Buches, die immer noch gerne genommen werden.
Das Monster erhält zwar eine Stimme, was erlaubt, seine Handlungen zu erklären und seine Verantwortung zu jener seines Erschaffers in Bezug zu setzen. Es erhält aber keinen Namen, so wird man es nicht vermenschlichen, was ich als genial empfinde.
Es ist absolut lohnenswert diesen Klassiker zu lesen.