Die Magie ist fast vollständig aus der Welt verschwunden, und um sie zu wirken, müssen zwei Menschen ihre Kräfte vereinen: Eine sogenannte Quelle, die die letzten Magiestränge der Welt spüren kann, und ein Magier, der die Macht der Quelle formen und nutzen kann. Grey Flynn birgt eine solche Quelle der Magie in sich. Ihr Leben und ihre Gabe hat sie ihrem besten Freund gewidmet, dem Magier und Soldaten Kier.
The Second Death of Locke beginnt mit einem spannenden Ansatz und einem düsteren, vielversprechenden Grundgedanken. Vor allem das ungewöhnliche Magiesystem, das auf besonderen Verbindungen zwischen einzelnen Personen beruht, sticht positiv hervor und unterscheidet sich von typischen Fantasy-Konzepten. Anfangs hatte ich etwas Mühe, in die Geschichte hineinzufinden, aber sobald ich mit den Personen und dem Magiesystem etwas vertrauter war, fiel mir das Weiterlesen deutlich leichter. Besonders im Mittelteil verliert die Geschichte an Tempo, da viele Szenen unnötig ausgedehnt wirken und weder die Handlung noch die Figuren spürbar voranbringen. Dadurch leidet die Spannung, und das Weiterlesen fühlte sich zeitweise etwas mühsam an. Die Liebesgeschichte konnte mich emotional nicht wirklich erreichen. Die Entwicklung der Beziehung erscheint wenig nachvollziehbar, da Gefühle plötzlich entstehen oder nur oberflächlich dargestellt bleiben. Anstatt Nähe und Intensität zu vermitteln, wirkt die Beziehung konstruiert und distanziert, was es schwer macht, sich mit den Figuren verbunden zu fühlen.
Zusammengefasst ist The Second Death of Locke ein Fantasyroman mit einer starken Idee, einem interessanten Magiesystem und einer passenden, düsteren Atmosphäre, der jedoch unter einem langsamen Erzähltempo, einer wenig überzeugenden Liebesgeschichte und schwach ausgearbeiteten Figuren leidet. Für mich bleibt es ein ordentliches, aber nicht vollständig gelungenes Buch mit viel verschenkt wirkendem Potenzial.