Gro hat sich auf einen einsamen Fjord zurückgezogen. Sie versucht dort, mit ihrer Trauer fertigzuwerden, wieder zurück ins Leben zu finden, ohne ihn.
Das Buch beginnt eher langsam und ruhig. Man lernt Gro Schritt für Schritt kennen, immer wieder kommt ein kleines Kapitel, das in der Vergangenheit spielt. Dieser Wechsel gelingt der Autorin m.E. sehr gut, denn in anderen Büchern stört mich das. Allgemein haben die Kapitel eine sehr angenehme Länge. Sie sind eher kürzer, was ich aber hier als positiv empfunden habe. Ebenso gefiel mir der Schreibstil der Autorin sehr gut. Auch schafft sie es, dass das Buch mit der Zeit an Spannung gewinnt. Gro entwickelt sich auch und ist nicht einfach nur eine positive “Heldin”, sondern eine Frau mit Ecken und Kanten, zum Teil auch fehlerhaft, aber fähig zur Selbstreflexion.
Warum gebe ich nur 4 von 5? Wie geschrieben, gefällt mir das Buch sehr gut. Aber ich hatte wirklich Schwierigkeiten, hineinzufinden. Während der ersten 50 Seiten habe ich mir mehrmals überlegt, es ganz wegzulegen. Dann gings etwas besser, aber bis zur Hälfte des Buches kam ich nicht wirklich rein. Ich weiss nicht, woran das liegt. Vielleicht ist mir das eigentliche Thema (Trauer, Verarbeitungsprozess) aktuell zu fern, um alle Facetten verstehen bzw. wirklich mitfühlen zu können. Vermutlich darum fiel mit der erste Teil so schwer. Da das Buch mich dann am Ende doch “packen” konnte gebe ich gute 4 Punkte.