In „Das Mädchen im Schnee“ verschwindet die kleine Kiera Templeton spurlos während einer Parade in New York. Jahre später rollt die engagierte Journalistin Miren Rojo den Fall neu auf. Mit der Hilfe eines Professors begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit und lüftet dabei viele dunkle Geheimnisse.
Javier Castillo gelingt mit „Das Mädchen im Schnee“ ein intensiver Thriller, der von der ersten Seite an zum Miträtseln einlädt. Der Einstieg ist fesselnd, man entwickelt schnell eigene Theorien, die Castillo mit jeder weiteren Wendung wieder infrage stellt. Besonders gelungen sind die Hauptfiguren: Weder Miren Rojo noch der Professor sind klassische Sympathieträger, aber gerade ihre Menschlichkeit und ihre Ecken und Kanten machen sie glaubwürdig und interessant.
Die kontinuierlichen Zeit- und Perspektivenwechsel verleihen dem Buch eine besondere Dynamik – wie bei einem Puzzle setzen sich nach und nach alle Teile zusammen und sorgen für zahlreiche „Aha“-Momente. Diese strukturierte Komplexität schafft ein Leseerlebnis, das sowohl fordert als auch begeistert. Der Spannungsbogen bleibt konstant hoch und macht Lust auf mehr.
Für Fans intelligenter Thriller ist dieses Buch ein absolutes Must-Read und die Fortsetzung liegt bei mir schon bereit.