Um ihre kranke Schwester finanziell zu unterstützen hat June in einer Wollspinnerei in Bradford eine Arbeitsstelle angenommen. Lausig bezahlt und unter fragwürdigen Bedingungen arbeiten dort tagtäglich Menschen und setzen ihre Gesundheit aufs Spiel. Hygiene, gesundes Essen und menschenwürdige Unterkünfte sind ein Wunschdenken in vielen Arbeiterfamilien. June muss sich in dieser für sie fremden Welt erst einmal zurechtfinden. Eine Freundin findet sie in ihrer Mitbewohnerin Hattie.
In Jacob Ford findet June einen Fürsprecher um ihr Wissen über Hygiene, gesundem Essen und Heilkunst in einer Zeitung zu veröffentlichen. Jacob Ford ist von der gebildeten June nicht nur auf beruflicher Ebene angetan, June hingegen begegnet in Bradford immer wieder Franky, dem Vater ihres Patensohns. Die Anziehung ist gegenseitig obwohl beide versuchen ihre Gefühle mit aller Macht zu unterbinden.
Dieses Buch gibt eindrückliche Einblicke in die schrecklichen Bedingungen, denen die Arbeiter in der Industriestadt tagtäglich ausgeliefert waren, unter welchen Umständen die Menschen hausten und wie oft Krankheiten oder Unfälle sie dahinrafften und auch wie kaltherzig die Firmeninhaber dies zuliessen und wie vor allem auch irische Einwanderer kaum eine Chance hatten, diesen Lebensumständen zu entfliehen. Trotz der etwas düsteren Atmosphäre strahlt diese Geschichte durch die beiden authentischen Hauptprotagonist:innen eine Wärme aus, die die Hoffnung auf eine bessere Zukunft bewahrt. Die Geschichte ist voller Spannung und unerwarteter Ereignisse, toll zu lesen. Das Buch endet wie der erste Band mit einem Cliffhänger, unausgesprochenes hängt in der Luft, Fragen bleiben offen und auch ob June und Franky eine gemeinsame Zukunft haben, ist nicht absehbar. Eine Fortsetzung ist daher für mich ein Muss. Ich empfehle, diese Reihe mit dem ersten Band zu starten um allen Handlungssträngen folgen zu können.