Verity ist eines dieser Bücher, das man auch Jahre später nicht ganz aus dem Kopf bekommt, selbst wenn die Details verblassen, bleibt das Gefühl zurück, dass hier etwas nicht stimmt. Beim erneuten Lesen hat sich dieses Gefühl sofort wieder bestätigt. Colleen Hoover schreibt immer Bücher, die von der ersten Seite an unter die Haut gehen (auch wenn meist eher romantisch).
Ihr Schreibstil ist gewohnt zugänglich und flüssig, aber in Verity kombiniert sie das mit einer unheimlichen Spannung, die fast schon beklemmend wirkt. Jede Szene ist so konstruiert, dass man instinktiv weiterblättert. Es gibt kaum eine Stelle, an der man das Buch guten Gewissens weglegen kann, dafür ist der Plot einfach zu komplex.
Besonders stark ist Hoovers Spiel mit Wahrheit und Wahrnehmung. Auch beim zweiten Lesen ertappt man sich dabei, Hinweise neu zu interpretieren und die Figuren anders zu sehen. Das Buch gewinnt sogar, wenn man den grossen Twist schon kennt, weil man Rückblicke, Gesten und Andeutungen bewusster wahrnimmt.
Und nun kommt auch noch die Verfilmung mit einer so starken Besetzung, dass die Erwartungen kaum höher sein könnten. Bei einem Stoff, der so geheimnisvoll, so intensiv und so emotional verstörend ist, kann man kaum anders, als gespannt zu sein, wie die düsteren, vielschichtigen Momente auf der Leinwand umgesetzt werden.