Ich bin wohl mit den falschen Erwartungen an das Buch gegangen: Der Untertitel «Zoe Boehm ermittelt in Oxford» deutete für mich auf einen Krimi hin, in dem eine Kommissarin in einem Ort akribische Polizeiarbeit ausführt und so schlussendlich einen Fall löst und den Leserinnen und Lesern alle offenen Fragen beantwortet. Was ich stattdessen bekommen habe: eine Zoe Boehm, die lange gar nicht und dann nur als eine Art Randerscheinung auftritt, viele überzeichnete Figuren, mit denen ich mich leider in keiner Weise identifizieren kann, eine Handlung, die manchmal etwas konstruiert und gekünstelt rüberkommt und viele Fragen offen lässt, und anstelle der für einen Krimi üblichen sorgfältigen Detektivarbeit wird eine geballte Ladung Action geboten.
Spannend ist aber definitiv Herrons Schreibstil bzw. sein Humor und sein Sarkasmus. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir die Sprache ohne die Häufung an Kraftausdrücken wohl etwas besser gefallen hätte…
All denjenigen, die einen klassischen Krimi erwarten, rate ich vom Text ab. Wer aber eher auf Thriller mit viel Blut und Grausamkeiten steht, Plot-Twists mag und gerne von schrägen Charakteren liest, könnte an diesem Text Freude haben!