Sarah Tucker führt ein unspektakuläres Leben in einem ruhigen Vorort von Oxford bis eine Explosion in der Nachbarschaft alles erschüttert. Ein Haus verschwindet buchstäblich im Fluss, ein kleines Mädchen bleibt spurlos verschwunden. Getrieben von einer Mischung aus Unruhe und Verantwortung macht sich Sarah gemeinsam mit der Privatermittlerin Zoë Boehm auf die Suche. Doch statt klarer Antworten stossen die beiden auf ein undurchdringliches Geflecht aus alten Geheimnissen, verschwundenen Personen und skrupellosen Akteuren, dessen Fäden bis in die höchsten Ebenen offizieller Stellen reichen. Die Ermittlungen führen sie vom idyllischen aber trügerischen Oxford hinaus in abgelegenere Winkel der britischen Inseln – und immer tiefer in ein Netz aus Verrat, Gewalt und politischen Intrigen.
Mick Herrons Schreibstil hat mich dabei durchaus überzeugt: Sein lakonischer Humor, die pointierten Dialoge und die atmosphärische Zeichnung des britischen Alltags schaffen ein starkes Fundament. Doch mit der eigentlichen Geschichte bin ich nicht richtig warm geworden. Der Titel lässt erwarten, dass Zoë Boehm eine zentrale, ermittelnde Hauptfigur ist – tatsächlich bleibt sie jedoch überraschend blass und spielt eher eine Randrolle. Meine Erwartungen an einen klassischen Ermittlerroman wurden dadurch nicht erfüllt, was mich während des Lesens immer wieder irritiert hat.
Trotz der stilistischen Stärken konnte mich das Buch inhaltlich nicht vollständig überzeugen. 3 von 5 Sternen.