Erin A. Craig gelingt es mit Das dreizehnte Kind, eine Geschichte zu erzählen, die gleichermassen düster, zärtlich und erschütternd wirkt. Der Roman entfaltet eine Atmosphäre, die sofort in ihren Bann zieht eine Welt, in der Götter nicht ferne Legenden sind, sondern greifbare Mächte schön, grausam und unberechenbar.
Im Zentrum steht Hazel, das dreizehnte Kind einer armen Familie, deren Leben durch ein uraltes Versprechen geprägt ist. Ihre Fähigkeit, Krankheiten zu erkennen und Wege zur Heilung zu finden, ist keine reine Begabung, sondern ein unausweichliches Erbe. Craig zeichnet Hazel mit einer bemerkenswerten Mischung aus Verletzlichkeit und innerem Feuer.
Besonders beeindruckend ist, wie die Autorin Alltagsrealität und Mythologie miteinander verschmelzen lässt.
Auch die Welt selbst überzeugt: Von kleinen Dörfern bis hin zum königlichen Hof wirkt jedes Setting lebendig und atmosphärisch. Craig schreibt mit einer bildhaften, oft poetischen Sprache, die sowohl die Schönheit als auch die Härte dieser Welt fühlbar macht.
Ein kleiner Kritikpunkt ist die gelegentliche Detailfülle, die manche Szenen verlangsamt doch gleichzeitig verleiht genau diese Sorgfalt dem Roman seinen charakteristischen, melancholischen Ton.
Fazit:
Das dreizehnte Kind ist ein intensives, emotional vielschichtiges Fantasymärchen über Macht, Opfer, Schuld und Hoffnung. berührend, atmosphärisch und lange nachhallend.
Ein Buch für Leserinnen und Leser, die Fantasy lieben, die nicht nur verzaubert, sondern tief unter die Haut geht.