Clara Davenport ist seit Jahren in der väterlichen Spielzeugfirma beschäftigt und hofft, die langersehnte Beförderung zu erhalten. Die Firma hat einen PR-Skandal am Hals: Ihr wird vorgeworfen, das Design einer Holzpuppe aus Fraser Falls gestohlen zu haben. Clara wird dazu verdonnert, das Problem vor Ort zu lösen. Clara ist sich bewusst, dass sie wohl nicht mit offenen Armen empfangen werden würde, aber dass ausgerechnet Jack Kelly, der Erfinder der Holly-Puppe und Problemlöser der Stadt, so gegen sie ist, spornt sie an. Sie will ihm beweisen, dass sie nicht so wie ihr Vater ist…
Erster Eindruck: Das Cover ist von der Farbgebung für einen Weihnachtsroman eher untypisch, was mir aber gut gefällt. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich jedoch nicht.
Jack, der Schreiner, ist – wie sein verstorbener Grossvater – einer, der sich kümmert. Es ist keine Überraschung, wenn bei ihm zigfach am Tag das Telefon klingelt, weil z.B. ein Abflussrohr verstopft ist, Nachbars Katze nicht mehr vom Baum kommt oder jemand einen kräftigen Mann zum Verschieben eines Möbelstücks braucht. Er ist immer zur Stelle, wenn seine Hilfe gebraucht wird. Aber selbst Hilfe annehmen? Dazu ist er zu stolz (was ich sehr gut verstehen kann).
Clara ist im steten Konkurrenzkampf mit ihrem Bruder, obwohl er gar nicht in der Spielzeugfirma arbeitet. Aber sie ist sich sicher, dass der Managerposten, der kurzum frei wird, ihrem Bruder angeboten wird. Sie hat in unterschiedlichsten Abteilungen der Firma gearbeitet, aber es scheint für ihren Vater nie genug. Sie scheint nicht zu genügen. Trotz allem hofft sie, mit dem „Holly-Fall“ zu reüssieren und endlich die verdiente Beförderung zu erhalten. Aber Jack scheint eine harte Nuss zu sein, denn sobald er wusste, dass ihr Nachname Davenport ist, hat er dichtgemacht. Das lässt sie sich aber nicht bieten…
Ich bin ein grosser Fan von Kleinstadtgeschichten („Gilmore Girls“ oder „Virgin River“ sei Dank) – ich mag die zuweilen skurrilen Charaktere, die in guten und schlechten Zeiten zusammenhalten, sehr gerne. In Fraser Falls ist das nicht anders. Die Geschichte lief für mich wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Jeder Leserin wird klar gewesen sein, dass sich Jack und Clara schnell näherkommen werden. Ich habe mich in Fraser Falls gleich wohl gefühlt, und ich musste mehrfach schmunzeln, als die Stadtbewohner Jack in die Mangel nehmen und ihm aufzeigen, wo er in Bezug auf Clara Fehler gemacht hat. Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, wobei es in der Mitte ein bisschen einen Durchhänger gab. Von mir gibt es für diese Geschichte, die aus meiner Sicht gerne als Reihe fortgesetzt werden dürfte, 4 Sterne.