Ein Krimifestival im Hotel Waldhaus in Sils mit Lesungen und der Kürung eines Siegers. Die perfekte Kulisse für einen Krimi und tatsächlich passiert es genau in dieser Zeit - gleich mehrfach. Eine Entführung, mehrere Leichen, mehr als offensichtlich gewaltsam zu Tode gekommen. An illustren und schrägen Protagonisten mangelt es ebenfalls nicht. Da ist Igor, der aus Sibirien gekommen ist, wieder die Kälte und die Einsamkeit suchend, ein Mann, der mit seiner sonderlichen Art und seinen speziellen Neigungen von Beginn an Suspekt ist. Zorac der Krimiautor, der vermutlich den Preis gewinnen wird und der ebenfalls geheimnisvoll wirkt. Dazu die Sekte, die sich versammelt hat, um gegen dieses Krimifestival zu protestieren. Eine Ansammlung von Leuten, welche Allgott verehren, ihren Gott des Lichts mit einem Anführer und Gründer, wie man sie sich von einer schrägen Sekte vorschlägt.
Corina Costa, die etwas abgelegener vom Hotel wohnt, nimmt die Ermittlungen auf. Man geht mit ihr auf eine spannende Reise durch die Gegebenheiten, die Vergangenheit der Protagonisten und darf immer wieder gespannt sein, wie sich die Fährten entwickeln - Twists nicht ausgenommen, sind die Möglichkeiten doch auf den ersten Blick vielfältig. Die Protagonisten sind gut und glaubwürdig geschildert. Sehr gut gefallen hat mir u.a., wie die Sache aus dem Prolog dann aufgelöst wurde.
Das Buch ist spannend und im weiteren Sinn unterhaltsam. Mir persönlich war es manchmal zu gewaltbetont. Die Grenze zwischen auskostender, sensationslüsterner Darstellung menschlicher Darstellung und Gewalt und einer subtileren Behandlung, welche die Tragik, dass Schlimmes auch Tatsache ist, ist meiner Meinung nach rasch überschritten. Dafür einen Stern Abzug von mir.