Der 9. Fall für Luc Verlain, Kommissar aus Bordeaux. Sein Kollege Etxberria ruft ihn zur Unterstützung in das kleine baskische Dorf Espelett, berühmt für seinen Piment d’Espelette. Der alte Schäfer Jaques ist dort brutal ermordet worden, nahe am Jakobsweg. Die Dörfler schweigen beharrlich. Klar ist nur, dass niemand Jaques mochte, der wie ein Eremit lebte und als Wolfsfreund verschrien war. Und ausserdem manchmal Pilger vom Jakobsweg, der nahe seiner Schafsweide führte, durch Gewehrschüsse in die Luft verjagte. Nur eine einzige Person trauert um Jaques, die junge Schäferin Elorri Zabala, der Jaques am Berg aus einer prekären Notlage geholfen und damit ihr Leben gerettet hat.
Es ist zum Verzweifeln für die Kommissare - viele der Dörfler hätten ein Mordmotiv. Aber wer wäre in der Lage, diesen Mord mit einer solchen Brutalität zu begehen? Und das nur weil Jaques den Wolf mochte und Touristen verabscheute? Zu allem Überfluss wird Luc Verlain auch noch eine Kommissarin, Rose Schlillinger, zur Seite gestellt. Sie wurde zwangsversetzt und ist alles andere als freundlich und kooperativ.
Alexander Oetker führt hier seine Leser in eine nahezu fremde Welt. Landschaftlich traumhaft schön, aber die langen blutigen Jahre des Terrorismus haben die Menschen zutiefst geprägt, als das Baskenland um seine Unabhängigkeit von Spanien und Frankreich kämpfte. Um seine Kultur, seine Sprache. Und diese Vergangenheit hallt immer noch nach. Es gibt heute noch ehemalige ETA Mitglieder, die sich verstecken, auch wenn die Terrororganisation seit 2012 aufgelöst ist.
Das bekommen auch Verlain und Etxeberria zu spüren und ihre Ermittlungen bekommen eine völlig neue Richtung.
Spannend bis zum Schluss¨! WIr Leser lernen einiges über die jüngere Geschichte des Baskenlands und der Autor weckt mit seinen eindrücklichen Beschreibung der Landschaft unsere Sehnsucht, diese Region einmal zu besuchen.